Weihnachtsessen mit Diabetes - Zuckertante.at
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Weihnachten mit Typ-2-Diabetes – geht das überhaupt?

„Wenn Fasten, dann Fasten. Wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn.“
Das hat die kluge Teresa von Avila zu ihren Klosterschwestern gesagt, und es ist in Österreich ein doch bekannter Spruch. Entweder richtig verzichten – oder richtig genießen!

Und genau darum geht’s in diesem Artikel: Wie Sie als Mensch mit Typ-2-Diabetes das Weihnachtsessen mit Freude überstehen – ohne schlechtes Gewissen, hoffentlich ohne Streit am Tisch wegen des Essens und möglichst auch ohne zu hohe Zuckerwerte.

Weihnachten – zwischen Vorfreude und Furcht

für viele Menschen mit Diabetes ist Weihnachten nicht nur das Fest der Liebe, sondern leider auch ein Fest der Sorgen:
„Was wird das mit meinem Zuckerwert? Muss ich ständig erklären warum ich wie esse? Wird auf mich Rücksicht genommen?“

Ja, Sie dürfen! Aber ein bisserl mit Plan.

Denn das Ziel ist nicht, sich durch den Abend zu quälen, sondern den Abend wirklich zu genießen – kulinarisch, gesellschaftlich und emotional. Es soll wirklich Rebhuhn sein – also ein echtes Festessen. Und zwar ohne schlechtes Gewissen.

Der 24. Dezember – ein Tag der Vorbereitung

In der katholischen Tradition war der 24. Dezember ein Fastentag. Und auch, wenn Sie mit Religion wenig am Hut haben – dieser Gedanke hat etwas für sich: Wenn Sie abends festlich speisen wollen, halten Sie tagsüber bewusst Maß.

Morgens:

Ein diabetesgerechtes Frühstück – bitte keine Vanillekipferl zum Kaffee!
Stattdessen:

  • Joghurt oder Topfen (Quark)
  • Etwas Eiweiß: ein Ei, Hüttenkäse, ein Stück Käse
  • Gemüse: Radieschen, Paprika, Gurke
  • Kein Orangensaft, kein Obst – den schnellen Zucker sparen wir uns fürs Festessen auf.

Mittags:

Etwas Leichtes und Sättigendes:

  • Eine Gemüsesuppe, gerne auch 2 Teller, ohne oder mit wenig Brot/Kartoffeln
  • oder Ofengemüse mit etwas Öl und Kräutern
  • Eventuell 1–2 kleine Kartoffeln
  • Viel Wasser oder Kräutertee – Trinken nicht vergessen!

So kommen Sie gut vorbereitet und nicht mit Bärenhunger zum Abendessen.

Beim Festessen selbst – ein paar Tricks

Sie haben den Tag über gespart – nun wird geschlemmt. Und trotzdem gibt es ein paar Tipps, wie Sie Ihre Zuckerwerte im Zaum halten können:

1. Getränke klug wählen

Das ist DER Zuckertante-Tipp schlechthin!
Viele meiner  Patientinnen und Klubmitglieder berichten, dass allein der Verzicht auf Fruchtsäfte, Bier und gezuckerte Limonaden den größten Unterschied gemacht hat.
Also:

  • Kein Orangensaft zur Begrüßung (auch nicht „statt Sekt“ – dann lieber mit einem Glas Sekt anstoßen, dran nippen und es dann unauffällig loswerden)
  • Kein gespritzter Apfelsaft, keine Cola, keine Limo, kein Bier
  • Lieber Mineralwasser oder ungesüßter Tee
  • Ein oder 2 Gläser Sekt oder Wein? Ja, aber erst ab der Nachspeise!

2. Beim Essen clever kombinieren

  • Bei der Vorspeise: Genießen Sie, was da ist – aber das Toastbrot dürfen die anderen essen.
  • Halten Sie Abstand vom Brotkorb (im wörtlichen Sinn!).
  • Bei der Hauptspeise: Am einfachsten, wenn auf Platten und in Schüsseln serviert wird, so dass Sie sich selbst das Richtige nehmen können:
    • Viel Eiweiß (Fleisch oder Fisch)
    • Viel Gemüse
    • Und die Kohlenhydrate? Eine kleine Portion reicht völlig.

So schaffen Sie es, zwei Drittel des Essens diabetesfreundlich zu gestalten – und haben trotzdem das Gefühl: Ich hab wirklich gut gegessen.

Die Nachspeise – Vanillekipferl mit Plan

Jetzt wird’s schwierig.  Schokodessert? Wenn mans nicht vermeiden kann: kleiner POrtions?

Weihnachtskekse? Ja sicher!
Aber auch hier lohnt sich ein Plan:

  • Nehmen Sie sich eine kleine Auswahl Ihrer Lieblingskekse (z. B. 8–10 Stück auf ein eigenes Tellerchen)
  • Genießen Sie sie bewusst – langsam, mit Freude.
  • Und wenn es dann doch ein paar mehr werden? Dann ist es eben so. Denn bis hierher waren Sie schon richtig, richtig gut.

Übrigens: Fett in Keksen verlangsamt den Zuckeranstieg. Also lieber ein Vanillekipferl als ein gezuckertes Windringerl aus Eiweiß.

Und am nächsten Tag?

Der 25. Dezember ist Ihr Erholungstag.
Egal ob nochmal ein Festessen ansteht oder Sie zu Hause sind – nehmen Sie sich Zeit für sich selbst.

Tipps für den Weihnachtstag danach:

  • Leichtes Frühstück (wieder wie am Vortag)
  • Spaziergang machen – Bewegung senkt die Zuckerwerte auf natürliche Weise.
  • Viel trinken – Wasser, Tee, keine Kalorien.
  • Entspannen! Ein Bad, Musik hören, gemütlich aufräumen – was immer Ihnen guttut.
  • Und bloß kein schlechtes Gewissen.

Denn: Wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn.
Sie haben sich vorbereitet, clever gegessen und sich Ihre Vanillekipferl verdient.

So  kann sogar Weihnachten gelingen

Mit etwas Planung, einer Prise Disziplin und einem ordentlichen Schuss Genuss ist es durchaus möglich, Weihnachten zu feiern, ohne dass der Blutzucker Achterbahn fährt.

  • Tagsüber bewusst essen und trinken
  • Beim Festessen gezielt genießen
  • Kein schlechtes Gewissen – und keine Kalorienverschwendung bei Getränken
  • Kekse? Ja. Mit Genuss.
  • Und am nächsten Tag: Bewegung und Ruhe

So wird das Weihnachtsessen ein echtes Fest.  Und wie sagte Teresa von Ávila so schön?

Wenn Fasten, dann Fasten. Wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn.

Schöne Weihnachten!

die Zuckertante Dr. Pusarnig


Die Zuckertante grüßt
und wünscht allzeit gute Werte!


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