Kohlenhydrate schätzen: Warum das oft so schwierig ist – und wie eine neue App helfen kann
"Wie viele Kohlenhydrate werden das wohl sein?"
Diese Frage begleitet viele Menschen mit Diabetes jeden Tag. Beim Frühstück geht es vielleicht noch. Eine Semmel, ein Joghurt, ein Apfel – das kann man mit etwas Erfahrung ganz gut einschätzen.
Aber was ist mit einer Lasagne oder einem Backhendl-Salat oder einem Teller Pasta im Restaurant? Spätestens dann wird es schwierig.
Hier kann die App von Diego Szekeley helfen, ihn habe ich zum Interview getroffen. Hier können Sie das gleich anhören, darunter die Zusammenfassung - aber das Gespräch mit Diego ist viel lebendiger!
Schätzen ist deutlich schwerer geworden
Früher waren viele Lebensmittel erstaunlich einheitlich.
Eine Semmel hatte ungefähr 50 bis 55 Gramm. Heute kann dieselbe Semmel zwischen 45 und 80 Gramm wiegen!
Dazu kommen unterschiedliche Rezepte, Portionsgrößen, Tellergrößen und Zubereitungsarten. Kein Wunder also, dass viele Menschen beim Schätzen unsicher werden.
Gerade für Menschen mit Typ-1-Diabetes kann das bedeuten, dass zu viel oder zu wenig Insulin gespritzt wird.
Aber auch Menschen mit Typ-2-Diabetes profitieren davon zu wissen, wie viele Kohlenhydrate tatsächlich auf ihrem Teller liegen. Wer seinen Blutzucker besser verstehen möchte oder Gewicht reduzieren will, bekommt dadurch oft wichtige Aha-Momente.
Ein 18-jähriger Österreicher hatte eine Idee
Diego bekam mit 15 Jahren die Diagnose Typ-1-Diabetes.
Von Anfang an wollte er seinen Diabetes möglichst gut einstellen. Er sagt, er habe das fast wie ein "Computer-Spiel" betrieben: "Wieviel Insulin brauche ich, um die Zucker-Kurve im Zielbereich zu halten?" So lernte er Kohlenhydrate extrem genau zu berechnen und merkte erst später, dass die meisten Menschen im Alltag gar nicht so leben.
Irgendwann entstand deshalb eine Frage:
Warum kann das Smartphone diese Arbeit nicht übernehmen?
Nach der Matura nahm sich Diego ein ganzes Jahr Zeit und entwickelte eine App. Heute nutzen bereits Tausende Menschen seine Idee.
Seine App ist seit Dezember 2025 in den App-Stores, sie heißt Carbetic.
Einfach runterladen und ausprobieren!
Diego hat für die Leser hier ein feines Angebot: mit dem Code-Wort Zuckertante können Sie die App 1 Monat kostenfrei ausprobieren
Drei Fotos statt langem Rechnen
Das Besondere an der App:
Sie fotografieren Ihr Essen aus drei verschiedenen Blickwinkeln: einmal den Teller von oben, dann schräg, dann in Tischhöhe waagrecht.
Dadurch entsteht ein räumliches Modell.
Die App erkennt die einzelnen Lebensmittel, berechnet daraus das Volumen und anschließend das Gewicht.
Erst danach werden die Nährwerte berechnet.
Das klingt technisch kompliziert. Für den Benutzer besteht die Arbeit allerdings nur aus drei Fotos.
Warum das genauer sein kann
Viele Apps erkennen zwar Lebensmittel auf einem Foto. Das Problem ist aber:
Ein Kartoffelsalat kann recht flach auf einem Teller liegen oder als großer Berg angerichtet sein.
Von vorne und oben sehen beide fast gleich aus. Erst wenn auch die Höhe bekannt ist, lässt sich das Volumen deutlich besser bestimmen.
Genau das macht den Unterschied.
Die App ersetzt keine Küchenwaage
Das sagt auch Diego ganz offen.
Wer jedes Lebensmittel exakt abwiegt, erhält natürlich weiterhin die genauesten Werte. Aber wer tut das immer?
Die Alternative im Alltagheißt seit Jahrzehnten:
Kohlenhydrate schätzen.
Und genau dabei kann eine "zweite Meinung" sehr hilfreich sein.
Nicht nur Kohlenhydrate
Die App zeigt außerdem die Kalorien, Gramm Eiweiß und Gramm Fett.
Darunter die einzelnen erkannten Lebensmittel. Das ist besonders praktisch. Denn wenn einmal etwas falsch erkannt wurde, kann man die Angaben korrigieren und neu berechnen lassen.
Auch für Typ-2-Diabetes spannend
Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes wissen nach der Diagnose zunächst gar nicht genau, welche Lebensmittel wie viele Kohlenhydrate enthalten.
Natürlich kennt jeder Zucker. Aber wie sieht es mit Kirschen, Heidelbeeren aus? Mit Kartoffelsalat, Lasagne? Mit einem Fruchtjoghurt?
Wer gleichzeitig einen Glukosesensor trägt oder seine Zuckerwerte regelmäßig misst, kann plötzlich Zusammenhänge erkennen:
"Ach deshalb ist mein Zucker nach diesem Essen so stark angestiegen."
Genau dieses Lernen macht vielen Menschen den Alltag deutlich leichter.
Moderne Technik ersetzt nicht das eigene Denken
Auch die beste App kann den Menschen nicht ersetzen.
Sie kennt Ihre persönlichen Blutzuckerreaktionen nicht. Sie weiß nicht, ob Sie nach dem Essen noch spazieren gehen. Sie kennt Ihren Stoffwechsel nicht.
Aber sie kann ein sehr gutes Werkzeug sein.
Und manchmal reicht genau das, damit Diabetes ein kleines Stück einfacher wird.
Die Zuckertante sagt:
Ich empfehle nur sehr selten konkrete Produkte.
Bei Carbetic habe ich mir bewusst Zeit genommen. Ich habe die App selbst ausprobiert und sie von Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes testen lassen.

Sie finden die App in den App-Stores, sie heißt Carbetic und wichtig:
1 Monat kostenlos mit Code-Wort Zuckertante.
Mein Eindruck: Die Genauigkeit ist erstaunlich gut. Den Backhendlsalat beim Dommayer neben meiner Ordination hat sie korrekt erkannt. Ich war da mit 2 erfahrenen Typ 1 Diabetikerinnen - die haben exakt so geschätzt wie die App. (Bloß aus den 8 Käferbohnen hat sie Oliven gemacht!)
Ich habe zuhause öfter mein Essen abgewogen, dann erst angerichtet und dann mit der App fotografiert - die werte haben meist sehr genau gepasst, +/- 10%. Das ist deutlich besser als die meisten Leute schätzen können!
So hilft die App vielen Menschen dabei, Kohlenhydrate realistischer einzuschätzen, den eigenen Blutzucker besser zu verstehen und die Kalorien richtig zu berechnen.
Und genau darum geht es letztlich.
Denn das Leben mit Diabetes muss und kann nicht immer perfekt sein. Aber manchmal kann ein gutes Werkzeug helfen, dass es ein Stück leichter wird!

Die Zuckertante grüßt
und wünscht allzeit gute Werte!