Es ist soo heiß – Zuckertante, wie ist das mit Diabetes und Eis? Darf ich Eis essen?
Diese Frage kam heute genau so.
Antwort der Zuckertante:
Das ist die Frage eines Typ 2 Diabetikers, meine ich? Denn wenn Sie Typ 1 Diabetiker sind – oder wenn Sie ohnehin bei jedem Essen Ihr Insulin berechnen und spritzen, dann stellt sich die Frage ja nicht, dann können Sie ja unbesorgt Eis essen, wenn Sie es möchten – und mit Insuliln „abdecken“.
Aber bei Typ 2 – da ists schwieriger
Wie immer bei Fragen: „Darf ich….“ :
Sie entscheiden, ob Sie „dürfen“ – besser: ob Sie wollen. Klar, Eis enthält Zucker. Aber gar nicht sooo arg viel: Diabetiker, die mit Broteinheiten rechnen, wissen:
eine kleine Kugel Eis = 1 Broteinheit, also 10 – 12 Gramm Zucker.
Zum Vergleich: eine Topfengolatsche („Quarktascherl“ in Deutschland?) hat ca 50g Kohlenhydrate, davon ca 12 g Zucker; ein Stück Gugelhupf auch; 1 kleines 100g-Stück Stück Blechkuchen mit zB Marillen (Aprikosen) kommt auch auf 18 – 25 g Kohlenhydrate, , ca 15 – 20 g Zucker …
Jetzt klarer?
Ich meine: es kommt drauf an, wie das Eis daherkommt: eine oder zwei Kugeln Eis sind eine Sache, ein Riesen-Eisbecher mit Schlag (Sahne),Likör, picksüßem Überguss ist ganz was anderes…
Für die meisten Diabetiker sollten ein bis zwei Kugeln Eis kein Problem sein – hin und wieder.
Idealerweise NICHT in einer Tüte (Hörnchen), sondern im Papp-Becherchen!
Diabetiker-Eis
gibts auch. Ausprobieren, kosten – manches davon schmeckt richtig gut. Bei guten Eissalons gibt es schon mehr Sorten als immer nur Vanille und Schoko!
Und immer häufiger sieht man auch „Eis mit Birkenzucker gesüßt“ – zum Beispiel bei mir in Steyr bei Buburuza, dem wunderbaren Eis-Salon.
„Versuch macht kluch“
(ich hab gerade Gäste aus Deutschland…)
Wenn Sie noch immer unsicher sind, oder wenns halt doch der große Eisbecher sein muss (warum auch immer – ab und zu bildet man sich ein, nicht weiterleben zu können ohne…)
probieren Sie es aus!
Nicht einfach „Augen zu und durch!„ – das ist meist in Wirklichkeit ja doch:
„Augen zu und schlechtes Gewissen“ – Sie fühlen sich ein bisschen ungut und können Ihren Eisbecher gar nicht richtig genießen! Das ist die schlechtestte Lösung!
Da ist es besser, Sie machen gleich mal einen „Versuch“ draus:
Blutzucker davor….
Blutzucker messen vor dem Eis – hoffentlich ist er nicht zu hoch, zumindest bei Werten über 200mg% (11,1mmol/L) sollten Sie sich überlegen, obs wirklich JETZT das Eis sein muss. Wenns irgendwie geht: warten auf bessere Zeiten = bessere Zuckerwerte!
…und danach
Falls Sie sich FÜR das Eis entscheiden: na los!
Bestellen Sie was Feines und sehen Sie es wirklich als Versuch, als Experiment:
Sie wollen draufkommen, wie Ihr Blutzucker reagiert.
Also hinterher wieder messen, am besten nach 1, nach 2 , nach 4 Stunden.
das Ergebnis:
Nach 4 Stunden
…ist der Blutzucker wieder in etwa so hoch wie davor? Großartig.
…ist der Blutzucker um mehr als 40 mg% (2,2 mmol/l) aber um weniger als 90mg% (5mmol/l)h öher als davor? Naja, nicht grad ideal — beim nächsten Mal denken Sie drüber nach, ob Ihnen das Eis diesen Anstieg das wert ist.
…ist der Blutzucker um mehr als 90 ng% (5mmol/l) höher als davor? Oje, das ist schief gegangen.
So wird das nichts – entweder Sie verzichten in Zukunft. Immerhin wissen Sie es jetzt.
Oder: Sie besprechen mit Ihrem Diabetes-Team, was es für Möglichkeiten gibt, mit solch einer Sonder-Situation umzugehen. Falls Sie Misch-Insulin spritzen: schnelles Insulin dazu? Falls Sie Tabletten nehmen: gibt es für Sie eine Tablette, die den Zuckeranstieg bremst (Repaglinid zum Beispiel)?
Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihr Eis genießen können – trotz Diabetes!
Tipps wie es doch geht:
- Gibt’s zuckerfreies Eis?
- Oder Eis „mit Birkenzucker“?
- Nur 1 Kugel nehmen – im Papierbecher „auf die Hand“
- Im Eissalon: 1 -2 Kugeln, eventuell Schlagrahm drauf (Schlagsahne), aber keine süßen Soßen
- Im Eissalon: 1 Kugel mit bisschen Obst / Nüssen
- Keine Waffeln, Hohlhippen etc!
- Eiskaffee: „Bitte nur mit 1 Kugel Vanilleeis“ (Allerdings ist leider oft der Kaffee auch mit Zucker gesüßt – danach fragen!)
- Eis genießen – gleich danach bisschen Bewegung – flotter Spaziergang z.B.
- „Blitzeis“ selbst machen: tiefgefrorenes Obst mit kaltem Joghurt pürieren – hmmm!
Ihre Erfahrungen? Schreiben Sie mir, gleich da unten können Sie einen Kommentar hinterlassen!