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Es ist soooo heiss! Darf ich ein Eis?

Von Susanne Pusarnig / 5. August 2018
Diabetes und Eis

Es ist soo heiß – Zuckertante, wie ist das mit Diabetes und Eis? Darf ich Eis essen?

Diese Frage kam heute genau so.

Antwort der Zuckertante:

Insulin PenDas ist die Frage eines Typ 2 Diabetikers, meine ich? Denn wenn Sie Typ 1 Diabetiker sind – oder wenn Sie ohnehin bei jedem Essen Ihr Insulin berechnen und spritzen, dann stellt sich die Frage ja nicht, dann können Sie ja unbesorgt Eis essen, wenn Sie es möchten – und mit Insuliln „abdecken“.

Aber bei Typ 2 – da ists schwieriger

Wie immer bei Fragen: „Darf ich….“ :
Sie entscheiden, ob Sie „dürfen“ – besser: ob Sie wollen. Klar, Eis enthält Zucker. Aber gar nicht sooo arg viel: Diabetiker, die mit Broteinheiten rechnen, wissen: eine kleine Kugel Eis = 1 Broteinheit, also 10 – 12 Gramm Zucker. Zum Vergleich: eine Topfengolatsche hat ca 33 bis 45 g Zucker, ein Stück Gugelhupf auch. Jetzt klarer?

Eis im HörnchenIch meine: es kommt drauf an, wie das Eis daherkommt: eine oder zwei Kugeln Eis in einer Tüte (in einem Hörnchen) sind eine Sache, ein Riesen-Eisbecher mit Schlag (Sahne),Likör, picksüßem Überguss ist ganz was anderes…
Für die meisten DIabetiker sollten ein bis zwei Kugeln Eis kein Problem sein – hin und wieder.

Diabetiker-Eis

gibts auch. Ausprobieren, kosten – manches davon schmeckt richtig gut. Bei guten Eissalons gibt es schon mehr Sorten als immer nur Vanille und Schoko!

„Versuch macht kluch“

(ich hab gerade Gäste aus Deutschland…)

EisbecherWenn Sie noch immer unsicher sind, oder wenns halt doch der große Eisbecher sein muss: probieren Sie es aus! nicht einfach „Augen zu und durch!“ – das ist meist in Wirklichkeit ja doch: „Augen zu und schlechtes Gewissen“ – Sie fühlen sich ein bisschen ungut und können Ihren Eisbecher gar nicht richtig genießen! Das ist die schlechtestte Lösung!

Da ist es besser, Sie machen gleich mal einen „Versuch“ draus:

Blutzucker davor….

Blutzucker messen vor dem Eis – hoffentlich ist er nicht zu hoch, zumindest bei Werten über 200mg% (11,1mmol/L) sollten Sie sich überlegen, obs wirklich JETZT das Eis sein muss.#

…und danach

Falls Sie sich dafür entscheiden :na los! Bestellen Sie was Feines und sehen Sie es wirklich als Versuch, als Experiment: Sie wollen draufkommen, wie Ihr Blutzucker reagiert. Also hinterher wieder messen, am besten nach 1, nach 2 , nach 4 Stunden.

das Ergebnis:

Nach 4 Stunden

…ist der Blutzucker wieder in etwa so hoch wie davor? Großartig. 

…ist der Blutzucker um mehr als 40 mg% (2,2 mmol/l)  aber um weniger als 90mg% (5mmol/l)höher als davor? Naja, nicht grad ideal  — beim nächsten Mal denken Sie drüber nach, ob Ihnen  das Eis diesen Anstieg das wert ist.

…ist der Blutzucker um mehr als 90 ng% (5mmol/l) höher als davor? Oje, das ist schief gegangen. So wird da nichts – entweder Sie verzichten in Zukunft. Immerhin wissen Sie es jetzt. Oder: Sie besprechen mit Ihrem Diabetes-Team, was es für Möglichkeiten gibt, mit solch einer Sonder-Skiuation umzugehen. Falls Sie  Misch-Insulin spritzen: schnelles Insulin dazu? Falls Sie Tabletten nehmen: gibt es für Sie eine Tablette, die den Zuckeranstieg bremst (Repaglinid zum Beispiel)?

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihr Eis genießen können – trotz Diabetes!

Ihre Erfahrungen? Schreiben Sie mir, gleich da unten können Sie einen Kommentar hinterlassen!

4Kommentare
Gugelsberger Helene - 7. August 2018

Wenn ich um 15 Uhr 210 Zucker habe, dann darf ich wahrscheinlich kein Eis mehr essen, oder?

Antworten
    Susanne Pusarnig - 7. August 2018

    Das kommt drauf an … wenn Sie schnelles Insulin zu jedem Essen spritzen, könne Sie den Wert ja korrigieren. Wenn Sie ein Medikament für spolche „besonderen Gelegenheiten“ haben, gehts auch leichter. Sonst wäre zu fragen, warum Sie um 15 Uhr 210 Zuccker haben – also leider, ohne Se und die Art ihrer Behandlung zu kennen, kann ich dazu nichts sagen. Auf jeden Fall BZ gut kontrollieren!

    Antworten
Armanda - 7. August 2018

Liebe Zuckertante
Wie wäre es denn, mit Eis selber herstellen? Ein Low-Carb-Eis, das den Blutzucker wenig beeinflusst.
Gefrorene Beeren, etwas Kokosnussmilch oder Rahm und Erythrit als Süsse (oder andere Zuckeralternative), alles mixen und geniessen.
Ich hab nach 6 Jahren nun angefangen, meinen Diabetes als Teil von mir zu akzeptieren (er wird mich ja für den Rest meines Lebens begleiten) und frag mich nicht mehr, ob ich darf oder nicht. Ich suche für alles, was ich gerne esse, leckere aber diabetesfreundliche Alternativen und bleibe bei denen. Und meistens macht es sogar Spass, Neues auszuprobieren.
Meine Frage als Low Carber: was für einen Einfluss haben Eiweiss und Fett auf die Insulinproduktion? Schadet Low Carb Ernährung auf längere Zeit der Bauchspeicheldrüse?
Herzlichen Dank für Ihre sehr interessanten Beiträge und das Verständnis, dass Sie uns Diabetikern entgegenbringen. Das tut im Herzen gut!
Sonnige Grüsse aus der Schweiz
Armanda

Antworten
    Susanne Pusarnig - 7. August 2018

    Liebe Armada, dankeschön!
    Ihre Anregung, Eis selbst zu machen, ist ganz großartig. Und fein, dass Sie mit Low Carb so gut zurecht kommen.
    Insulinproduktion nach einer Eiweiß-Mahlzeit: ja, da steigen BZ und (beim Gesunden) Insulin auch an, aber viel weniger als nach Kohlenhydraten. Wobei das bei einigen Aminosäuren verschieden ist. Ob low Carb auf längere Zeit schadet – ganz ehrlich, wir wissen es nicht. Natürlich gibt es viele Leute, die berichten, dass sie seit Jahren Low Carb essen und dass ihnen das gut tut. Aber so richtige Langzeit-Studien gibt es nicht. Es gibt einige Studien, wo Low Carb durch ein paar Monate beobachtet wurde, aber eben keine über Jahrzehnte – was man halt bräuchte um abschließend etwas sagen zu können. Andererseits: wie schädlich zu hoher Blutzucker für Gefäße usw ist, DAS wissen wir genau… daher würde ich niemandem abraten, so zu essen dass der BZ tiefer, fast im Normbereich, und vor allem deutlich stabiler ist.
    Liebe Grüße aus dem heißen Wien, Susanne PUsarnig
    Ich bin neugierig: warum A R manda und nicht Amanda?

    Antworten
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