Ich trau mich ja kaum fragen: NUR Gehen? Einfach Gehen? Ja bringt denn das was? - Zuckertante.at

Ich trau mich ja kaum fragen: NUR Gehen? Einfach Gehen? Ja bringt denn das was?

Gehen

Die Zuckertante sagt: ja, ja ja!
Gehen – der ideale Sport für Leute, die sich kaum bewegen…

In jeder Diabetes-Beratung, in jedem Buch über Diabetes ist es Standard: Bewegung! Bewegung! Bewegung!
Die Zuckertante hört schon alle die seufzen, die bisher keinen Sport gemacht haben: Bewegung? wer? Ich???
Ja, Sie. Genau Sie. Sie alle:

  • Sie, die einige – naja einige viele – Kilos zuviel haben.
  • Sie, die in letzter Zeit keinerlei Sport gemacht haben.
  • Sie, denen schon beim Aufstehen Knie und/oder Hüften wehtun.
  • Sie, die sich „eingerostet“ fühlen
  • Sie, die schon genug schlechte Erfahrungen mit Bewegungs-Programmen gemacht haben.
  • Sie, die „wissen“, dass Bewegung „immer nur weh tut
  • Sie, die überzeugt sind: „Sport ist was für andere – bei mir bringts nichts!“
  • Sie, die sich immer halbherzig mit Churchills Spruch verteidigten: „No sports!
  • Sie, die aber im Geheimen genau wissen, dass Sie „Sport“ machen sollten.
  • Sie, die es schon so oft probiert haben – mit Programmen aus Zeitungen, mit „Gesundheitskursen“, mit „Spezial-Gymnastik“, in „Kuren“ – und die immer überfordert waren und nach kurzer Zeit aufgeben mussten.
  • Sie, die jetzt vielleicht ganz leicht zustimmend nicken…

 

Gehen ist NICHT der „ideale Sport“ für Leute: die ohnehin Sport machen – die schon einen Marathon gelaufen sind – die regelmäßig ins Fitness-Studio gehen – usw. usw. – – -aber das war hoffentlich ja klar?

Schi und StöckeAlso, alle Sportler verlassen bitte diese Seite wieder und lassen die „Unsportlichen“ hier schön alleine! Husch, husch !

So. Die sind weg
Und nun, liebe Untrainierte (nein, ich nenne Sie bestimmt NICHT halb lustig, halb kränkend: „Bewegungsmuffel“!) – Sie lesen ein bisschen weiter, ja?

Also Gehen. Kann jeder. Macht jeder täglich. Manchmal unter Schmerzen. Aber es macht jeder.

Und jetzt hören Sie bitte zu, was die Zuckertante sagt:

ZuckertanteDie Zuckertante sagt: „Schon ganz wenig ZUSÄTZLICHES Gehen im Alltag bringt eine schöne Verbesserung für den Blutzucker! Und für Ihren Kreislauf, Ihre anderen Organe, und vor allem: für Sie selbst!“

Was soll man sich nun vorstellen unter: „ganz wenig ZUSÄTZLICHES Gehen“?

Dafür gibts Studien: 1000 – ja, eintausend – Schritte mehr pro Tag wirken wie…

1000 Schritte wirken wir eine Tablette Metformin 1000mg!

 

Wow. Die meisten von Ihnen nehmen Metformin, kennen diese großen Tabletten, die man morgens und abends schlucken muss. Und die fast immer gerade 1000mg enthalten. Die Ihnen von Ihrem Arzt als wirksames, bewährtes Diabetes-Medikament verordnet wurden. Was sie auch sind!
Zusätzlich 1000 Schritte = 1 Tablette Metformin 1000mg? Hm.

Bevor wir weiterreden: Egal, wofür Sie sich entscheiden: ob Sie sich nun in einen Dauer-Geher verwandeln oder nicht: lassen Sie bitte Ihre Tablette NICHT weg! Metformin löst für sich allein keine Unterzuckerungen aus, es ist tatsächlich ein ganz wertvolles Medikament, das jedenfalls in der Therapie drin bleiben sollte! Schauen Sie dazu nach auf der Medikamenten-Suchmaschine zu Metformin (und Sie wissen ja: Therapie-Änderungen bitte mit Ihrem Arzt besprechen!).
Ok, das ist gesagt.

Zurück zur Behauptung: 1000 Schritte zusätzliches Gehen wirken wie eine Tablette Metformin 1000mg. Das haben Forscher tatsächlich nachgewiesen. An „ganz normalen“ Diabetikern, an Diabetikern wie – – Sie!

Na, klingts schon ein bisschen interessant? Ja?
Bitte: marschieren Sie jetzt nicht los und versuchen 1000 Schritte zu zählen – das funktioniert so meistens nicht.

Wir überlegen uns zuerst,wie man das macht, das Gehen. Und dann, wie man denn messen kann, wie viel „1000 Schritte“ sind.

Wie geht Gehen? „Zucker-wirksames“ Gehen?

 

Gehen geht – so wie Sie eben gehen. Ja. Gehen, um den Zucker zu senken, um Effekte auf Herz und Kreislauf zu haben, braucht – und soll! – anfangs nicht anders aussehen als Ihr gewohntes Gehen. Lassen Sie sich bitte NICHT beirren von Empfehlungen zu Herzfrequenz, Atemrhythmus, Tempo…

LaufschuheSie brauchen anfangs auch keine „Sport-Ausrüstung“: Sicher haben Sie Schuhe, in denen Sie besser gehen als mit anderen. Die ziehen Sie an. Jetzt. Ja, jetzt! Und nehmen Ihre Jacke und wenns wolkig ist, Ihren Regenschirm. Und Ihren Schlüssel. Das ist alles.

Nun gehen Sie vor die Türe. Bleiben Sie stehen und schauen Sie sich um. Suchen Sie sich eine Richtung aus, die Ihnen gefällt. Und gehen Sie los. So, wie Sie immer gehen. NICHT schneller. KEINE längeren Schritte. Einfach gehen – auf Ihre ganz persönliche Art. Und dieses Mal, nur dieses eine Mal, zählen Sie Ihre Schritte. Von 1 bis 50. Nach 50 Schritten bleiben Sie stehen. Schauen Sie sich um. Drehen Sie sich um und gehen Sie wieder nach Hause. Ziehen Sie Ihre Schuhe aus, hängen Sie Ihre Jacke an den Nagel. Und dann lesen Sie hier weiter.

50 Schritte sind schon viel zu viel? Gehen gar nicht? Ja, liebe Leser das gibt’s. Wenn das bei Ihnen so ist, dann müssen Sie vorab Ihren Arzt fragen. Die Zuckertante weiß nur, dass auch bei fast unbeweglichen Menschen regelmäßiges Gehen erstaunliche Erfolge bringt. Wenn mans nur macht.

ZuckertanteDie Zuckertante erinnert sich:
Da gabs diesen schweren – und schwer bedienten – Diabetiker. 120 kg. 2 kaputte Knie. Schmerzen bei jedem Aufstehen. Im Liegen und Sitzen halbwegs schmerzfrei. Was tat er daher? Liegen und sitzen. Allein in der Wohnung, Partnerin längst davon und leider mit ihr auch der Hund. Er konnte sich nur mehr in der Wohnung bewegen, vom Bett in die Küche ins Badezimmer zum Esstisch… und sein Zucker war hoch – hoch - hoch und er brauchte immer mehr und mehr Insulin… er hat sich entschlossen: ich probiere es bis genau zur Türe der Nachbarin. Am selben Stockwerk. Stehen bleiben. Verschnaufen. Und zurück. Das ganze dreimal täglich. Das tat weh. Die Schmerzen beim Aufstehen wurden in den ersten Tagen schlimmer. Dann blieben sie wenigstens gleich. Und er marschierte weiter: 14 Tage lang, das Training. Ist raus aus der Türe, den Gang entlang, so lange bis es nicht mehr ging – das war beim ersten Mal bis zu dieser Türe, 4,5 Schritte.. Nach einer Woche kam er bis zum Aufzug. Nach 14 Tagen konnte er zum Aufzug, runterfahren, bis zur nächsten Bank gehen. Frische Luft schnuppern, Leute sehen. Und Hunde. Da entstand der Wunsch, wieder einen Hund zu haben. Bloß… Hunde brauchen Bewegung, Auslauf. Es gab da zwar in der Nähe eine Hundezone… was hieß „in der Nähe“, ca 400m war die weg. Also: er musste zuerst bis zu dieser Hundewiese kommen, bevor an einen Hund auch nur zu denken war. Über den Winter hat er trainiert. Im Frühling gabs einen süßen kleinen Welpen. Und heute sieht man Hund und Herrl in der Gegend rumspazieren. Hund ist brav gewachsen und ein stattlicher Rüde geworden. Herrl wurde weniger – er hält nun bei knapp über 100kg. Herrl schaut ganz anders aus. Und ist lebhaft, glücklich mit seinem Hund – und der mit ihm. Insulin? Ach ja, knapp die Hälfte von früher braucht er noch… er hat mit seiner Ärztin die Insulin-Dosen schnell reduziert, nachdem er das Training angefangen hatte.

So. Das können Sie auch.

Und Sie sind ja gerade eben 50 Schritte hin, 50 Schritte zurück gegangen! Sind zusammen schon 100 Schritte – die Sie EXTRA, zusätzlich gemacht haben. Die Sie sonst nicht gemacht hätten. Sie werden diese 100 Schritte kaum in ihren Zuckerwerten sehen. Aber spüren Sie, dass Sie ein bisschen wacher zurück gekommen sind? Dass es Ihnen gut getan hat, einmal nichts anderes zu machen als GEHEN?

Für völlig Untrainierte war das schon eine Mini-Portion Sport. Die Sie locker geschafft haben.

Übrigens, dieses Gehen hat noch einen ganz großen Vorteil: das bemerkt keiner. Sie müssen niemandem erzählen, dass Sie jetzt „mehr Bewegung“ machen. Brauchen sich keine blöden und keine nett gemeinten Kommentare anhören. Eben mal kurz vor die Türe – das lässt sich in jeden Tagesablauf einbauen!

Überzeugt? Dann machen wir gleich weiter:

BlümchenGleich noch einmal raus, vor die Türe! Den Handy-Wecker stellen. Auf 5 Minuten. Losmarschieren. Wenn der Wecker läutet, stehen bleiben. Schauen Sie sich um. Machen Sie ein Foto! Ja, ein Foto von genau dem Platz – egal, was da grad vor Ihnen ist, ob ein hübsches Blumenbeet oder eine langweilige Straße. Machen Sie einfach das Foto.

Umdrehen. Zurück gehen. Zufrieden sein.

Und das ab jetzt jeden Tag.

Mindestens einmal. Oder zweimal? Wenn Sie einen, zwei Tage pro Woche „nicht dazu kommen“: seien Sie nicht böse auf sich! Gestehen Sie sich zu, dass nicht immer alles klappt. Und am besten gleich die heutige „Geh-Aufgabe“ machen.

KalenderblattNach 14 Tagen gehen Sie wieder einmal genau in dieselbe Richtung wie am ersten Tag. Mit dem Wecker auf 5 Minuten, wie immer. Bleiben Sie wieder stehen, wenn der Wecker läutet. Zücken Sie Ihr Handy. Suchen Sie sich das Foto von vor 14 Tagen. Na? Jede Wette: jetzt sehen Sie ganz was anderes vor sich! Schauen Sie zurück, wo genau war denn das?  Am ersten Tag: wie weit sind Sie da gekommen, bis der Wecker geklingelt hat? Und wie weit kommen Sie heute? Nach (mindestens) 10 mal, höchstens 28 mal Training?

Die Zuckertante ist ganz sicher: Sie kommen ein ganzes Stück weiter, bevor der Wecker läutet!

Stimmt? Ja? Sie können jetzt 10 Minuten am Stück gehen?

Die Schritte zählen

 

Wenn das klappt, wenn Sie 5 Minuten hin, 5 Minuten zurück gehen können:  JETZT ist es Zeit in ein Sportgeschäft zu gehen, um einen Schrittzähler oder so ein chices Fitness-Armband zu kaufen.

Das trauen Sie sich nicht? NIEMAND bringt Sie in ein Sportgeschäft? Na, dann weichen Sie aufs Internet aus. Schrittzähler gibt es für unter 10 Euro. Fitness-Armbänder kosten mehr. Kaufen Sie das, was Ihnen gefällt, was für Sie und Ihren Geldbeutel passt.

Zuhause packen Sie aus: Ihr erstes Sportgerät liegt von Ihnen!  Schnappen Sie sich die Bedienungsanleitung, schauen Sie, wie das Ding funktioniert. Klipsen Sie den Schrittzäher an Ihren Gürtel, stecken Sie ihn in die Hosentasche, wickeln Sie sich das Fitness-Armband um die Hand.

SonneGehen Sie vor die Türe. Machen Sie alles wie gewohnt: stellen Sie den Wecker auf 5 Minuten. Losmarschieren. Bis er bimmelt. Zurück gehen. Alles wie immer. Wahrscheinlich haben Sie zwischendurch schon einige Male auf den Schrittzähler geschaut. Und? Was ist das Ergebnis? Haben Sie Ihre 1000 Schritte? Ja? fast? Noch nicht so ganz? Aber mehr als 600 sind es doch?

Na eben. Nun sind Sie in der Gruppe der Leute angekommen, die „Bewegung machen“ , um ihren Zucker zu senken. Können ganz lässig ins Gespräch werfen: „Ja, ich mache wegen meines Diabetes regelmäßig Bewegung“.

Das Gehen wird zur Gewohnheit

Die Zuckertante rät ganz dringend: belassen Sie es erstmal dabei. Wenn Sie unter 1000 Schritten liegen: Schauen Sie, das Sie langsam steigern, auf die 1000 Schritte kommen bei Ihrem Training. Diese zusätzlichen 1000  Schritte pro Tag. Jeden Tag, so wie Sie auch Ihre Tabletten jeden Tag nehmen – naja, fast jeden Tag.  Nicht ( zu) ehrgeizig werden! Einfach weitermachen. Sich dran gewöhnen. Stur dran bleiben.

HbA1c bunt1000 Schritte täglich, das sind 7000 Schritte in der Woche, mindestens eine Stunde Bewegung! Das reicht. Das reicht, um Ihren Blutzucker, Ihr HbA1c besser werden zu lassen. Weil Sie es eben JEDEN Tag machen.

Versuchen Sie bloss nicht zu schnell, Ihre Leistung zu steigern. Es wird ohnehin der Tag kommen, da meldet sich das Handy „5 Minuten sind um“ und ohne hinzusehen, ganz in Gedanken schalten Sie den Alarm aus und gehen noch ein Stückchen weiter. Weil das Wetter grad so angenehm ist. Weil Sie in Gedanken sind. Weil Sie es einfach so möchten…   aber das ist dann schon einen andere Geschichte…

Bitte Kommentar

  Die Zuckertante sagt: „Liebe Leserin, lieber Leser – wie geht es ihnen mit Bewegung? Wie haben Sie angefangen? Oder: was planen Sie? Was hat Ihnen geholfen? Was hindert Sie? „

 

  • Rauner Fritz sagt:

    Sehr geehrte Fr. Dr. Pusarnig

    Ihre Artikel in der „zuckertante“ sind sehr lehrreich und umfangreich. Man sieht Diabedes von einigen Seiten.

    Ihr Einsatz ist ganz toll und bewundernswert – Gratulation!

    Liebe Grüße

    Rauner Fritz

    Ps.: freue mich schon auf Ihren nächsten Nesletter

    • Zuckertante sagt:

      Hallo Herr Rauner, dankeschön! Newsletter ist schon raus… geht diesmal über die großen Veränderungen – ich schließe im Herbst meine Praxis in Rodaun… bleibe aber die „Zuckertante“ in Hietzing! Wir sehn uns sicher noch vor Ende August,
      Susanne Pusarnig

  • Schneeflocke sagt:

    Super geschrieben! Ich habe sehr gelacht und das passiert mir nicht oft beim Thema Bewegung!

  • […] Wenn möglich, versuchen in den Wechseljahren nicht zuzunehmen, weiterhin Bewegung machen, oder neu damit anfangen. Für Damen, die sich das gar nicht vorstellen können, hab ich hier etwas dazu geschrieben: „Gehen? Einfach nur gehen?“ […]

  • ELISABETH TEUSCHL sagt:

    Habe gestern 7000 Schritte durch den Schlosspark Schönbrunn von U4 Station Hietzing bis Station Schönbrunn gemacht bei herrlichen Wetter. Leider gelingt es mir nicht täglich. Wenn das Wetter nicht passt, siegt der innere Schweinehund.

    • Susanne Pusarnig sagt:

      Ja, genau das mache ich auch, vorher noch eine Runde zum Palmenhaus oder in den botansichen Garten, da ists schön ruhig.
      Herrlich bei dem Frühlingswetter!

      • Jana Joy sagt:

        Vor einigen Tagen hatte ich Karten vom Theater in der Josefstadt abzuholen. Ich hätte sie mit Überweisung zahlen können, aber ich wollte durch die nachweihnachtlichen Straßen spazieren.

        Wunderschöne Bauten, faszinierende Auslagen mit vielen kreativen (Geschenk)ideen (auch zum Nachmachen), zauberhafte Blumengeschäfte, schöne Beleuchtungen.
        So marschierte ich zick-zack und ließ mich von meiner Intuition leiten. Wie schön ist Wien ! Und eh ich mich versah, waren 2 Studen Gehen um und es hat auch noch Spaß gemacht.

  • Sylvia Lingemann sagt:

    Liebe Zuckertante,

    ganz lieben Dank für diesen Artikel, auf den ich heute durch die Lektüre Ihres Newsletters aufmerksam wurde.

    Für mich ist gehen um der Bewegung willen seit 4,5 Jahren eigentlich kein Thema mehr, da ich seitdem nach einem Unfall nur noch mit Gehstützen unterwegs bin und mir jede Strecke mit Schmerzen in den Füßen und Beinen aber auch in den Armen und Schultern erkämpfen muss.

    So bin ich zwar froh, dass ich noch selbst laufen kann, beschränke das aber auf produktive Wege, also solche, die mich irgendwo hinbringen, wo ich hin will oder muss. Spazierengehengehört sicher nicht dazu.

    Nun habe ich aber in den letzten Wochen die Feststellung gemacht, dass mein Insulin kaum noch wirkt und meine Dosen immer höher werden und der Blutzucker auch. Außerdem habe ich in den letzten Monaten 4 kg zugenommen, obwohl ich sowieso schon viel zu viel wog.

    Da kommt mir Ihr „Schubs“ gerade Recht. Den Teil mit den 50 Schritten habe ich mir geschenkt, aber nachdem ich den Artikel zuende gelesen habe, habe ich mir gleich eine bequeme Hose, die allerbequemsten Schuhe und eine leichte Jacke angezogen, Schlüssel, Smartphone und Krücken geschnappt, Smartwatch Timer auf 5 Minuten gestellt und bin losgezogen.

    War gar nicht so schlimm; die 5 Minuten waren überraschend schnell um.
    Also schnell ein Foto geschossen und wieder zurück. Es waren dann immerhin 900 Schritte.

    Ich glaube, das kann ich schaffen, ein oder zwei Mal am Tag.
    Ich habe immer zu viel versucht und das nie durchgezogen, weil es eben zu viel war.

    Ganz lieben Dank für den kleinen Schubs, der so liebevoll und emphatisch formuliert ist, dass ich mir auf einmal gar nicht mehr so faul und unfähig vorkomme, sondern das Gefühl habe, etwas richtig machen zu können.
    Eine Ärztin wie Sie, die dem Diabetes-Patienten nicht nur mit dem erhobenen Zeigefinger gegenübertritt hätte ich hier bei uns au sehr gerne 😉

    Viele Grüße

    Sylvia

    • Susanne Pusarnig sagt:

      Och ist das lieb! Dankeschön!
      Fast 1000 Schritte zusätzlich – ein schöner Erfolg. Ich geh jetzt auch noch los, ist so ein schöner Abend.
      Nehmen Sie eines ernst: nicht zu schnell mehr wollen! Nicht zu schnell steigern! Bleiben Sie mindestens eine Woche, besser 2, bei den 5 Minuten!
      und dann bitte NICHT auf 10 Minuten gehn, sondern auf – 6 wollen Sie nicht, kommen sich blöd vor? Na dann 7 min aber auf keinen Fall mehr!
      Melden Sie sich doch bitte wieder, hier oder per Mail ordination@zuckertante.at

      • Sylvia Lingemann sagt:

        Die Aussicht, dass ich nicht den Druck habe, mich innerhalb der ersten 2 Wochen steigern zu müssen entspannt mich tatsächlich. Ich bin dann gestern Abend nach dem Abendessen nochmal los und heute Morgen vor dem Frühstück auch wieder.

        Mit „Rüstzeiten“ ist es ja nur maximal eine Viertelstunde jeweils, das ist auch ein Zeitraum, den ich ohne Naserümpfen entbehren kann.

        Ich will versuchen, das 2mal täglich in meinen Tagesablauf zu integrieren, am Besten immer als festes Ritual, damit ich es mir richtig angewöhne.
        Diese Woche wird mir das sicher gut gelingen; nächste Woche wird es dann eine Herausforderung. Da bin ich auf Reisen und da geht alles etwas anders. Aber erfahrungsgemäß bin ich im Urlaub sowieso „sportlicher“ als zu Hause.

        Gibt es eigentlich mit Blick auf den Blutzucker bestimmte Zeiten, die besser sind als andere?
        Zum Beispiel direkt nach dem Aufstehen oder vor dem Schlafengehen, oder unmittelbar vor oder nach einer Mahlzeit? Ich fürchte, ich sollte nach der Mahlzeit gehen, aber da ist der innere Schweinehund immer besonders liebevoll 😉

        Bis bald, ich berichte spätestens nach meinem Urlaub weiter, wie es mit meiner Konsequenz inzwischen aussieht, versprochen.

        • Susanne Pusarnig sagt:

          Grossartig!
          Ja klar hat jeder 2 x 15 Minuten pro Tag – auch auf Reisen – ist logisch, aber nicht so einfach durchzuhalten!
          Wegen der Zeiten: versuchen Sie gerade wieder, es doch ein bisserl schwieriger zu machen als es ohnehin schon ist? Ja es gibt einen sofortigen Einfluss auf den BZ, aber wichtiger ist der Langzeit-Effekt, dass sich die Insulin-Resistenz bessert und dass dadurch die Werte besser werden und man sich generell besser fühlt. Dazu kommt noch der positive Effekt aufs Herz-Kreislauf-System. Das werden Sie nach 2 Wochen sicher spüren!
          Wenns im Sommer sehr heiß wird, werden Sie ohnehin die kühleren Abendstunden bevorzugen, ganz von selbst!
          Also gehen Sie wann immer es in Ihren Tagesablauf passt!
          Schöne Reise!

          • Sylvia Lingemann sagt:

            Und hier die versprochene Rückmeldung zum weiteren Fortschritt meines Schreitens:

            An reinem Spazierengehen finde ich weiter keinen Gefallen, aber ich habe das Konzept so angepasst, dass es sich für mich gut anfühlt und mir trotzdem zusätzliche Schritte einbringt.
            So habe ich mir angewöhnt, Erledigungen nicht mehr zu sammeln, bis ich sowieso unterwegs bin, sondern bringe zum Beispiel einen Brief in einem extra Gang zum Briefkasten.

            Ich erreiche mein Schrittziel (derzeit 4000) auf meiner Smartwatch an 5 von 7 Tagen. Im Urlaub sogar an 9 von 10 Tagen und oftmals sind es sogar weit mehr. Im Alltag komme ich im Wochendurchschnitt nun immer mindestens auf 4000 täglich (vorher waren es eher so 2000-2500).

            Aktuell bin ich auf der Suche nach einem Training, das meinen Bedürfnissen gerecht wird und an dem ich auch auf Dauer Spaß habe. Das mit dem Spaß ist wichtig, damit ich dranbleibe. Ich bin leider nicht sehr diszipliniert.

            Ich hatte schon 2 Probetrainings und habe bereits einen klaren Favoriten. Meine Tochter hat mich auf ein Fitnessstudio gebracht, bei dem jedes Gerät computergestützt an meine persönliche Leistungsfähigkeit angepasst wird. Beim Ausführen der Übungen muss man dann auf dem Bildschirm bestimmte Kurven nachzeichnen. Per App kann man sich mit anderen Mitsportelnden messen.

            Das kommt meinem Spieltrieb außerordentlich entgegen; mehr Motivation ist für mich beim Sport nicht drin 🙂

            Außerdem sind die Leute da unheimlich lieb, und ich hatte überhaupt nicht das Gefühl, blöd angesehen zu werden.

            Nächste Woche bin ich wieder auf Reisen; gleich danach starte ich dort los. Habe schon den Termin für die Anmeldung und das Einführungstraining gemacht.

  • fradinger brigitte sagt:

    hallo, liebe zuckertante!na war das eine Freude,grad heute ihre Artikel punkto Bewegung bezw.gehen zu lesen! waren gestern und heute nach längere pause wieder in unserer WIG (wohne ja visi a vis) gestern gings nur eine kurze strecke dann kam eine Parkbank mit tisch,dort blieben wir wegen Kartenspiels.der weg zurück war herrlich.somit beschloß ich heute wieder in meine geliebte WIG zu gehen. aber heute marschierte ich natürlich mit viel Unterbrechungen (Sitzbank beim wasser) etwas weiter,eigentlich mit dem wunsch unsere ehemalige strecke komplett zu gehen.und wir haben es gemacht.beim eingang der WIG gibt’s ja einen kleine zoo,dann kommen viele Spielplätze und überall Sitzgelegenheiten,und heute bei dem herrlichen wetter natürlich viele Kinder!wir sind natürlich weiter unseren gut bekannten weg ,eigentlich eine kleine rundwanderung, das war sooooo schön,und ich habs geschafft!so und jetzt guckte ich aufs handy hab den schrittzählereingeschaltet -also von zu hause in die wig und wieder retour waren es 3916 schritte und 177 cal.und 2.8 km und meine zuckerwerte waren 118. ich war einfach platt.aber auch recht müde.aber ich mache das sicher recht bald wieder!nun liebe grüße und herzlichen dank für die tollen anregungen

    • Susanne Pusarnig sagt:

      Wie schön! Für alle Nicht Wiener: die WIG ist der riesige Park im Süden Wiens, WIG war die „Wiener Gartenschau 197“, da wurde das ganze Gelände für diese Gartenschau völlig neu gestaltet, mit Seen, Bächen, Hügeln,… ganze Teams von Landschaftsgärtnern haben da gearbeitet. heute auch als Kurpark Oberlaa bekannt, da gibts die große Therme und daneben – ähm – eine sehr gute Konditorei, die „Kurkonditorei Oberlaa“ die auch in der Stadt einige sehr schöne Standorte betreibt. Immer einen Ausflug wert!

      • Jana Joy sagt:

        Ja, es ist schön, die Natur in und um Wien zu entdecken. Oberlaa ist sehr schön, der Donaupark, der Zentralfriedhof, die Perchtoldsdorfer Heide, die Seestadt, die Blumengärten Hirschstetten, die alte Donau und vieles mehr gibt es hier zu entdecken.

        Mutter und ich sind beide Diabetikerinnen und das ist eine gute Möglichkeit das innere Hunderl zu überlisten.

        Als Jahreskartenbesitzerinnen der Wiener Linien ist es besonders einfach. Wir überlegen, welchen Stadtteil wir erkunden möchten, oder wo wir noch nie waren und los geht es.
        Wir sind beide leider noch nicht regelmäßig in der Bewegung, (wir arbeiten dran, vor allem täglich etwas zu machen) aber das macht Spaß und man vergißt beim Schauen und Staunen, dass man Bewegung macht und das ist ist gar nicht so wenig.

  • Michael Kindshofer sagt:

    Ich habe vor längerer Zeit abgestoppt, dass ich für etwas mehr als 300 Schritte fünf Minuten benötige, d.h. ich lege pro Sekunde einen Schritt zurück und kann so die ungefähre Nettogehzeit ausrechnen. Waren am vergangenen Sonntag ca. fünf Stunden (von St. Marx über den Zentralfriedhof und das Kraftwerk Freudenau in den Prater – eigentlich wollte ich in die Lobau rüber – Stadtwanderweg „rundumadum“ – bin jedoch falsch abgebogen und irrtümlich beim Riesenrad rausgekommen). Wenn wir weiterrechnen: 60 Schritte x 60 Minuten = 3600 Schritte/Stunde x 5 Stunden Nettogehzeit = ca. 18 000 Schritte plus/minus. Mit dieser Rechenmethode behelfe ich mir, wenn ich meinen Schrittzähler nicht bei mir habe oder der Akku leer ist.
    Als ich heimkam, maß ich spaßhalber den Zucker, weil es mich interessierte: 112

    • Susanne Pusarnig sagt:

      5 Stunden Netto-Gehzeit??? A ja. Damit sind Sie aber schon ein richtiger Sportler! Und so ein schöner Wert danach!
      Ich hab Ihre Anregung gleich umgesetzt und ich geh ungefähr dasselbe tempo.

  • […] Kraft-Training, fürs Spazierengehen und fürs Joggen gibt es positive Studien. Aber auch da ist das Problem, dass man in der akuten […]


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