Von wem hab ich denn das? Über Vererbung von Diabetes. - Zuckertante.at

Von wem hab ich denn das? Über Vererbung von Diabetes.

Von Susanne Pusarnig / 1. September 2017
Birne mit 2 Apfelkindern

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Wieder im Jänner 2019!

Und was ist mit unseren Kindern? Wenn Sie die Diagnose Diabetes bekommen haben, machen Sie sich vielleicht Sorgen wegen einer Vererbung von Diabetes.  Sie möchten wissen, was die Diagnose für Ihre Familie bedeutet.

Wie vererbt sich Diabetes?

Typ 2-Diabetes ist viel stärker vererblich als der Typ 1.

Bei eineiigen Zwillingen sieht man:  wenn einer an Typ 2-Diabetes erkrankt, bekommt in über 90% der Fälle auch der zweite Zwilling einen Typ 2-Diabetes. Also fast jeder. Wenn aber ein Zwilling an Typ 1-Diabetes erkrankt, bekommt nur in ca. einem Drittel der Fälle auch das Geschwister einen Typ 1-Diabetes.

Risiko von Diabetes in Ihrer Familie

Wer sollte sich testen lassen, wenn Diabetes in der Familie auftritt??

Bei Verwandten ersten Grades (Geschwister, Kinder) muss man bei einem Drittel der Personen damit rechnen, dass sie auch Typ 2-Diabetes bekommen, bei Töchtern von Typ 2-diabetischen Müttern ist es sogar jede zweite. Wenn Kinder die Anlage für Diabetes Typ 2 von beiden Eltern mitbekommen haben, steigt das Risiko bis auf 60%.

vogel9Allerdings geht man heute schon von einem Diabetes-Risiko von bis zu 20% in der Bevölkerung generell aus. Bei genauerem Nachforschen findet daher fast jeder einen Diabetiker, eine Diabetikerin unter seinen Vorfahren! Dabei muss man auch noch berücksichtigen, dass vor einigen Jahrzehnten Diabetes oft gar nicht erkannt wurde und dass viele Menschen kein sehr hohes Alter erreichten, ihren Diabetes also gar nicht mehr erleben konnten.

Auf jeden Fall ist es eine gute Idee, beim Auftreten von Typ 2 -Diabetes auch erwachsene Verwandte ersten Grades aufzufordern, sich vorsorglich untersuchen zu lassen.

Wichtig: junge Frauen aus einer „Diabetiker-Familie“

Das gilt ganz besonders für junge Frauen, die später einmal Kinder haben möchten:

Zuckerbelastungstest“ in der  Schwangerschaft: Wann?

Jede Schwangere soll einen „Zuckerbelastungstest“ in der 28. Schwangerschafts-Woche machen lassen. Wenn es Diabetes in der Familie gibt, bei Geschwistern oder Eltern: unbedingt den Test früher, in der 16. – 20. Schwangerschaftswoche machen lassen!

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5Kommentare
Niessner Waltraud - 26. Juli 2018

Stimmt genau mit meinen Erfahrungen überein. Mein Vater bekam mit circa 47 Jahren Diabetes, ich mit 49 Jahren und mein Bruder war 42, als Diabetes bei ihm festgestellt wurde. Wir alle waren schlank . Allerdings kam bei uns allen dreien jeweils ein emotionaler Auslöser dazu. Es wäre interessant, auch das einmal zu untersuchen.

Antworten
    Susanne Pusarnig - 26. Juli 2018

    Da haben Sie wohl alle drei dieselbe „Art“ von Typ 2 Diabetes. Denn der Typ 2 ist nicht bei jedem gleich, es gibt ganz verschiedenen Verläufe, daran wird gerade viel geforscht.
    Emotionaler Auslöser: ja, das gibt es oft, dass nach einem belastenden Ereignis sehr bald der Diabetes da ist. Kann man gut erklären – das ist eine sehr gute Idee für einen Blog-Artikel, danke!
    Kurz und vereinfacht: Bevor die Blutzucker-Werte überhaupt ansteigen, gibt es bei Typ 2 eine sehr lange Vorlaufzeit, 8 – 10 Jahre rechnet man. Das ist eine Zeit, wo man im normalen Labor noch gar nichts merkt, wo die Bauchspeicheldrüse aber schon große Schwierigkeiten hat, den aktuellen Bedarf an Insulin zu decken. Aber sie schafft es noch – gerade so eben und es fällt ihr immer schwerer. Wenn in dieser Zeit etwas Belastendes passiert, wenn man großen Stress hat, dann hat man viele Stress-Hormone im Blut, die aus der Leber Zucker freisetzen – Zucker, für den die Bauchspeicheldrüse viel zusätzliches Insulin erzeugen sollte – was die aber einfach nicht mehr zustande bringt. Sie bemüht sich nach Kräften – und erschöpft sich dabei. Ergebnis: Bald nach dem Ereignis reicht das Insulin nicht mehr, der Blutzucker steigt an.
    Fazit: nach einem stark belastenden Ereignis bekommt man dann Diabetes, wenn man bereits in dieser Vor-Phase des Diabetes war. Wär das Schlimme nicht passiert, hätte es die Drüse wohl noch ein bisschen länger geschafft – und man wäre Monate, vielleicht ein paar Jahre später Diabetiker geworden. Das ist vielleicht ein bisschen tröstlich – das belastende Ereignis ist nicht „schuld“ am Diabetes, es hat nur dazu geführt, dass der sich etwas früher gezeigt hat!

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      Niessner Waltraud - 26. Juli 2018

      Danke, sehr gut und verständlich erklärt. Bisher wurde meine Vermutung über den Auslöser durch emotionalen Stress von Ärzten immer abgetan. Ich ich finde Ihre Erklärungen immer ganz, ganz super und danke Ihnen.

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      Claudia R.-Tiller - 7. November 2018

      Wie verhält es sich bei Typ 1 und emotionalen Auslösern? Da ist ja die genetische Veranlagung vorhanden, durch einen Auslöser zB auch Infektions-, Kinderkrankheiten, oder einen Schock,… kommt es zum ‚Ausbruch‘. Der Körper zerstört die insulinproduzierenden Zellen vereinfacht gesagt. Interessant ist auch der ganzheitliche Ansatz von Rüdiger Dahlke zB, über das Annehmen-Können, Erhalten von genug Liebe. Da ist von Durchfluß der Liebe die Rede, wenn schon Harnzucker ausgeschieden wird. LG, Claudia

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        Susanne Pusarnig - 7. November 2018

        Wir wissen bis heute nicht genau, warum Typ 1 Diabetes plötzlich entsteht. Ja, es gibt viele genetische Anlagen, auch manchmal (!) Zusammenhänge mit Infektionskrankheiten, aber warum Autoimmun-Krankheiten generell entstehen wissen wir nicht. Guter Überblick auch zu anderen Faktoren hier: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/typ-1-diabetes/ursachen-risikofaktoren/
        Zum „Durchfluss der Liebe im Harn“:
        Und ich dachte immer, Liebe geht durch den Magen!

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