HbA1c – bitte WAS? - Zuckertante.at

HbA1c – bitte WAS?

Von Susanne Pusarnig / 1. Oktober 2017
Diabetes frisch entdeckt HbA1c

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Wieder im Jänner 2019!

Dier Langzeitwert. Zeigt, was in den letzten Monaten los war…

HbA1c – klingt kompliziert. So spricht man es aus: „Ha Be A Eins Ce“.

 Das sollten Sie üben. Wenn Sie „HbA1c“ganz flüssig  sagen können, wird Sie jeder für einen gut informierten Diabetiker halten. Noch besser, wenn Sie auch noch wissen, wie hoch Ihr letztes HbA1c war!

Auch bekannt als „Langzeitwert“. Das HbA1c sagt uns, wie hoch der Blutzucker im Durschnitt war – in den letzten drei Monaten.

Es ist ein Durchschnitts-Wert. Es kann uns nicht sagen, ob der Zucker sehr ruhig verlaufen ist oder ob es viele Hochs und Tiefs gegeben hat.

Hb = Hämoglobin,

vogerl fliegt herbeider rote Farbstoff im Blut.  Der sitzt in den roten Blutkörperchen. Und die leben etwas länger als 3 Monate. Wenn Sie zur Blutabnahme gehen, sind in der Blutprobe junge, alte und mittelalte Blutkörperchen, bunt gemischt.
Immer, wenn der Zucker im Blut zu hoch ist, bleibt ein bisschen Zucker am Hämoglobin „kleben“.  Das HbA1c misst: Wie viel  Prozent der roten Blutkörperchen sind „angezuckert“?
Je höher dieser Wert ist, desto höher war auch Ihr Blutzucker in den letzten drei Monaten.

HbA1c-Werte

Die tiefsten Werte, die die Zuckertante kennt, liegen um 4% – zum Beispiel bei Models, die hauptberuflich dünn sein müssen und die sich auch noch viel bewegen.

  • „Normale“, gesunde Zeitgenossen haben so Werte zwischen 5 und 6%,
  • „gut eingestellte“ Diabetiker haben Werte von 6 bis 7,5%.
  • Werte bis 8 oder 8,5% sind zwar schlecht, aber nicht schrecklich.
  • Werte über 10 Prozent sind  wirklich schlecht

Wenn Sie einen Wert über 10 % haben, wäre es eine gute Idee, sich sehr bald um eine bessere Zucker-Einstellung zu kümmern!Denn:

je schlechter die Zucker-Einstellung, umso eher gibt’s später Schäden – an Augen, Nieren, Füßen.

Individuelle Ziele

Ihr eigenes HbA1c-Ziel kann von den Werten oben abweichen.  Einfachstes Beispiel: je älter Sie werden, umso wichtiger ist es, dass Sie Unterzuckerungen, Hypos, vermeiden. Weil man da stürzen und sich ernsthaft verletzen kann. Wogegen die Gefahr von „Spätschäden“ immer geringer wird, je älter man wird. Im höheren und hohen Alter ist es sicher vernünftig, eine Zucker-Einstellung anzustreben, die frei von Unterzuckerungen ist – auch um den Preis eines etwas höheren HbA1cs.

Nicht für alle gleich einfach…

Es gibt Diabetiker, die es schwer haben. Weil ihr Zucker immer wieder rumzickt, sich unberechenbar verhält.  Die es kaum je schaffen, ein wirklich gutes HbA1c  ohne Hypos zu bekommen. Die brauchen zunächst ein erfahrenes Diabetes-Team, das mit ihnen alle Behandlungs-Möglichkeiten durchspielt und erprobt. Und manchmal hilft nur etwas Gelassenheit, wenn so gar keine idealen Werte erreichbar sind….

Deshalb ist es unfair, wenn Diabetiker, die ohne allzu große Mühe gute HbA1-Werte über Jahre haben, wenn die über andere herziehen und ihnen „gute Rat-Schläge“ geben: „Du brauchst ja nur…“  So einfach ist es nicht!

Einmal ist keinmal

vogerl pfeift sich wasMachen Sie sich nicht verrückt, wenn Ihr HbA1c bei der Diagnose sehr hoch war. Sie haben ja nichts gewusst vom Diabetes! Wenn Ihre Zuckerwerte besser werden, verbessert sich auch das HbA1c. Wichtig ist, wo Ihr HbA1c auf Dauer ist. Ein einmaliger hoher Wert, am Anfang oder zwischendurch einmal, ist keine große Gefahr! Es kann immer wieder Situationen geben, wo das HbA1c ansteigt- Krankheit, großer Stress, Krisen, Schlendrian…
Wenn Sie aber doch das Gefühl haben, dass das hohe HbA1c daher kommt, dass Sie sich gerade gar  nicht gut um Ihren Zucker kümmern können, dann schauen Sie doch einmal auf die „Problem-Seiten“!

Risiko, Risiko

Wenn man die HbA1c-Werte über einige Jahre kennt, kann man ganz gut abschätzen, wie gut – oder weniger gut – die Einstellung des Diabetes ist. Durchgängig hohe Werte erhöhen ganz massiv das Risiko für Spätschäden.

Es ist ein Spiel mit dem Risiko:  Bei sehr hohen HbA1c-Werten über lange Zeit, etwa über 10%, wird fast jeder 2. Diabetiker blind, ist an der Dialyse oder Bein-amputiert. Viel mehr als in der gesunden Bevölkerung bekommen einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.  Bei durchschnittlich gutem HbA1c, unter 7,5%, kommt das nur sehr sehr selten vor.

 

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2Kommentare
Michael Anheier - 24. Juli 2018

Ich (Typ 1, LADA) gehöre zu denen, deren Diabetes „herumzickt“ – meine Ärztin nennt ihn „Brittle-Diabetes“. Ich habe zwar immer einen Super-HbA1c (6,2 – 6,5), aber fast jeden Tag ein, zwei Unterzuckerungen bis ca. um 60 herum. Kann das ebenfalls Langzeitschäden (Stichwort Versorgung des Gehirns) verursachen?

Antworten
    Susanne Pusarnig - 24. Juli 2018

    Das wissen wir nicht genau. Schwere Hypos in Serie können durchaus Beeinträchtigungen nach sich ziehen, aber Sie sprechen ja nur von tiefen, Hypo-nahen Werten bzw Hypos, die Sie zum Glück schon bei 60 mg/dl spüren. So kann man hoffen, dass das ohne Schäden des Gehirns bis jetzt verlaufen ist.
    Die nächste Frage wäre, ob es möglich ist, Ihren Brittle Diabetes besser zu behandeln. Haben Sie eine Insulinpumpe? Meist steigt das HbA1c gar nicht an, wenn man konsequent versucht Hypos zu vermeiden und wenn man deshalb etwas weniger Insulin spritzt. Das werden Sie sicher mit Ihrer Ärztin ausprobieren, alles Gute!

    Antworten
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